Verkehrsrechtsschutz
Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung hilft bei einem Rechtsstreit, welcher durch ein Verkehrsdelikt ausgelöst wurde. Für die Verteidigung ist es unerheblich, ob der Versicherte den Unfall verursacht hat oder nicht.
Der Verkehrsrechtsschutz gehört zu den wichtigsten Rechtsschutzversicherungen überhaupt. Die Versicherer verzeichnen auf diesem Gebiet sehr viele Abschlüsse, und tatsächlich ist es so, dass man nirgendwo so schnell und unverhofft in einen Rechtsstreit geraten kann wie als Teilnehmer am Straßenverkehr.
Die Verkehrsrechtsschutzversicherung wird als einzelne Versicherung abgeschlossen oder sie wird im Paket mit anderen Rechtsschutzversicherungen kombiniert. Sehr wichtig ist, dass Sie auf hohe Deckungssummen achten, denn ein Prozess um ein Verkehrsdelikt kann sehr teuer werden.
Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung kann in folgenden Fällen in Anspruch genommen werden:
- Bei schuldhafter Verursachung eines Unfalls
- Wenn man unschuldig an einem Unfallgeschehen beteiligt ist
- Vor einer Ladung als Unfallzeuge
- Zur Klärung von Bußgeldangelegenheiten
- Bei Streitfragen im Zusammenhang mit einem Autokauf
- Probleme mit einer Autoreparatur
Nach Unfällen muss oftmals um die Schuldfrage verhandelt werden, oder aber es geht um Schadensersatzansprüche, welche verletzte Personen geltend machen können oder aber um materielle Schäden an Fahrzeugen, Gütern oder öffentlichem Gemeingut, welche es zu ersetzen gilt. In allen Fällen sind in der Regel Sachverständige geladen, die Aussagen über den Unfallhergang machen und die Schadenshöhe, etwa an Fahrzeugen, beziffern. Mediziner treffen Aussagen über die durch einen Unfall entstandenen Verletzungen oder, beim Tod eines Unfallbeteiligten, die Todesursache.
Die Ladung von Sachverständigten, die Befragung von Zeugen sowie aufwändige Rekonstruktionen des Unfallherganges bei offener Schuldfrage sind enorm kostenintensiv. Hinzu kommen Gerichtskosten, die Bezahlung des eigenen Anwalts sowie den der Gegenseite, wenn die Schuldfrage für den Versicherten negativ geklärt wird. Alles zusammen kann sich schnell auf enorme Summen beziffern, sodass Sie Deckungssummen von mehreren Millionen Euro nicht irritieren sollten. Anfallende Kosten übernimmt eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nur bis zur Höhe der Deckungssumme, sodass Sie diese so hoch wie möglich wählen sollten. Ein Vergleich verschiedener Angebote sollte demnach zwingend nicht nur die Prämie, sondern auch die Leistungen einschließen, welche man dafür bekommt. Bei den meisten Versicherern können Sie eine Selbstbeteiligung vereinbaren, welche die Kosten für die Prämie reduziert. Bei jedem Schadensfall wird diese dann von den Leistungen abgezogen.
Wenn Sie über eine Verkehrsrechtsschutzversicherung verfügen, können Sie einen Anwalt konsultieren, wenn Sie mit einem Verkehrsdelikt konfrontiert werden. Dieser berät Sie in Sachfragen und begleitet den Kunden zu Behördengängen, die mit dem Unfall in Zusammenhang stehen, sowie zu einem eventuell folgenden Prozess.
Die Verkehrsrechtsschutzversicherung soll jedoch kein Garant dafür sein, dass der Versicherte sich im Straßenverkehr rücksichtslos verhalten und sodann mit dem Anwalt drohen kann. Der Versicherer kann die Leistung auch ablehnen. Dies geschieht vor allem
- Wenn ein Delikt vorsätzlich verursacht wurde
- Wenn Alkoholgenuss oder Drogenmissbrauch nachgewiesen werden können
- Bei betrügerischen Handlungen im Zusammenhang mit Autokauf und Reparatur
Generell gilt auch, dass eine Klage oder Verteidigung Aussicht auf Erfolg haben müssen. Eine Zuhilfenahme der Rechtsschutzversicherung ist jedoch auch möglich, wenn ein Unfall schuldhaft aus Fahrlässigkeit verursacht wurde. Hier wird im Einzelfall entschieden.
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